EU-Kommission will Unternehmensflotten mit steuerlichen Anreizen auf Elektrofahrzeuge umstellen

Die Europäische Kommission hat am 5. März 2025 eine Initiative vorgestellt, die den Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge in Unternehmensflotten beschleunigen soll. Firmenwagen – darunter auch Leasingfahrzeuge und Dienstwagen – machen rund 60 % aller Neuzulassungen in der EU aus. Ihre Elektrifizierung spielt daher eine entscheidende Rolle im Klimaschutz.

Nach Jahren des Wachstums bei Elektroautos verzeichnete der Markt 2024 einen Rückgang. Ursachen sind unter anderem der Wegfall staatlicher Subventionen, wirtschaftliche Unsicherheiten sowie hohe Anschaffungskosten. Auch wenn Unternehmen bereits von steuerlichen Vorteilen profitieren, bleibt der Anteil emissionsfreier Fahrzeuge hinter den Erwartungen zurück. Zu den größten Hindernissen zählen Skepsis seitens der Kundschaft, Unsicherheiten bei der Ladeinfrastruktur sowie unklare Restwerte.

Um dem entgegenzuwirken, setzt die EU-Kommission auf steuerliche Anreize als wichtigsten Hebel für die Transformation. Sie fordert die Mitgliedstaaten auf, ihre Steuersysteme entsprechend anzupassen:

  • Reform der Steuervergünstigungen: Anpassung der Einkommen-, Unternehmens- oder Kfz-Steuer, um konventionelle Fahrzeuge weniger attraktiv zu machen.
  • Anpassung der Mehrwertsteuer: Ab 2026 soll der Vorsteuerabzug für Verbrennerfahrzeuge im Rahmen der „grünen Mehrwertsteuer-Initiative“ reduziert werden.
  • Neuausrichtung der Eurovignetten-Richtlinie: Durch Maut- und Straßennutzungsgebühren sollen emissionsfreie Fahrzeuge bevorzugt werden.

Ein Erfolgsbeispiel liefert Belgien, das die steuerliche Absetzbarkeit für konventionelle Firmenwagen schrittweise auf null reduziert. Zudem wird der Vorsteuerabzug für Plug-in-Hybride begrenzt, während vollelektrische Fahrzeuge weiterhin steuerlich begünstigt bleiben. Diese Maßnahmen führten bereits 2024 zu einer Verdreifachung der Neuzulassungen emissionsfreier Fahrzeuge sowie einem rasanten Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Dennoch gibt es Kritik. Mehrere deutsche Bundesländer fordern eine Aussetzung der ab 2025 drohenden Strafen für CO₂-Grenzwertüberschreitungen von Autoherstellern. Sie argumentieren, dass die Strafzahlungen Investitionen in die Transformation der Automobilbranche gefährden könnten.

Bis Ende 2025 plant die EU-Kommission eine Gesetzesinitiative für emissionsfreie Unternehmensflotten. Zudem soll ab dem zweiten Quartal 2025 ein Stakeholder-Dialog mit Industrie, Leasingunternehmen und Mitgliedstaaten stattfinden, um den Übergang weiter voranzutreiben. Die Umsetzung der grünen Mehrwertsteuer-Initiative ab 2026 könnte die steuerlichen Vorteile für konventionelle Fahrzeuge weiter einschränken.

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